Onkologie

Onkologie
Forschungssituation bei U3 Pharma

Bei der Erforschung von Krebstherapeutika verlagert sich das Hauptaugenmerk immer mehr weg von chemotherapeutischen Behandlungen, die Krebszellen abtöten und die Zellteilung hemmen, hin zu Medikamenten, die Tumorzellen und -gewebe gezielt auf molekularer Ebene angreifen. Daiichi Sankyo bemüht sich, derartige zielgerichtete molekulare Therapeutika aus niedermolekularen Molekülen und Antikörpern zu entwickeln.

Im Mai 2008 unternahm Daiichi Sankyo weitere Schritte, um seine Forschungs- und Entwicklungspipeline im Bereich der Krebstherapeutika zu erweitern. Zunächst erfolgte die Übernahme von U3 Pharma, einem in Deutschland ansässigen Unternehmen, das über zahlreiche vielversprechende potentielle Arzneimittel auf Antikörperbasis zur Behandlung von Krebserkrankungen verfügt. Im November 2008 schloss Daiichi Sankyo zudem einen Lizenzvertrag mit ArQule, Inc, einem in der USA ansässigen Unternehmen (weltweite Rechte, mit Ausnahme von Japan und bestimmten weiteren asiatischen Ländern). Der Vertrag umfasst das Krebstherapeutikum ARQ 197. Darüber hinaus trafen die beiden Unternehmen auch eine Vereinbarung über ein kooperatives Forschungsprogramm zur Entdeckung neuer Wirkstoffe, das auf der Anwendung der Technologie der ArQule Kinase Inhibitor Discovery Platform (AKIP) beruht.

Dank dieser Allianzen konnte Daiichi Sankyo seine Forschungs- und Entwicklungspipeline auf dem Gebiet der Erforschung neuer Krebstherapeutika beträchtlich ausweiten. Was den Bereich der Antikörper-Technologien betrifft, so ging Daiichi Sankyo Allianzen mit einigen Biotechnologie-Unternehmen ein, wie z. B. mit dem in den USA ansässigen Unternehmen Seattle Genetics, Inc. sowie der deutschen MorphoSys AG. Innerhalb seiner eigenen Forschungsorganisation hat Daiichi Sankyo seine Advanced Technology Research Laboratories dahingehend umstrukturiert, dass deren Arbeit sich jetzt nur noch auf die Erforschung Antikörper-basierter Medikamente konzentriert. Um dies zu verdeutlichen, wurde der Name in Biologics Research Laboratories geändert.

Auf diesem Gebiet wurden in der Vergangenheit ebenfalls wichtige Erfolge erzielt. 1977 brachte Sankyo eines der weltweit ersten Mittel für die Krebstherapie auf den Markt, das auch heute noch zur Bekämpfung von Magen- und Dickdarmkrebs sowie nicht kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC) verwendet wird. Der Biological Response Modifier basiert auf Xylostromaten und unterscheidet sich von existierenden chemotherapeutischen Medikamenten.

In den 1990er Jahren wurde eine weitere führende Krebstherapie von Daiichi entwickelt: In Zusammenarbeit mit Yakult Honsha entstand Irinotecan, das noch immer als Standardtherapie für Dickdarmkrebs gilt. Dieser Wirkstoff wurde für Märkte außerhalb Japans an andere Pharmaunternehmen auslizenziert.